Thema
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Anekdote
Begriff
und Historie Als sich im ausgehenden Mittelalter Schwank, Fabel und Novelle herausdifferenzierten, etablierte sich auch die Anekdote als eigenständiges Genre in der deutschen Literatur, wobei sie von der Kalendergeschichte, die eine beliebte Form der volkstümlichen Belehrung und Unterhaltung war, zunächst kaum abzugrenzen war. Die Form des pointierten Kurztextes pflegte bereits MATHIAS CLAUDIUS (Bild 1) in seinem Wandsbeker Bothen, den er von 17701775 herausgab. Seit dem 18. Jahrhundert erscheint die Anekdote in ihrer heutigen Gestalt:
So blühte etwa im 18. und 19.
Jahrhundert nach dem Tode deutscher Herrscher jeweils die Anekdotenliteratur,
welche deren Leben und Taten lobpreiste und das aufzeichnete, was man
sich bis dahin erzählt hatte. |
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JOHANN PETER HEBEL (Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes, 1811) und HEINRICH VON KLEIST, der zahlreiche Anekdoten (Audio 1) für die Berliner Abendblätter 18101811 verfasste, führten die Anekdote Anfang des 19. Jahrhunderts auf einen literarischen Höhepunkt, der für BERTHOLD AUERBACH, JOHANN ANZENGRUBER, JEREMIAS GOTTHELF und THEODOR FONTANE vorbildhaft wurde. Die Anekdote ist ein bis heute gepflegtes Genre, das, ähnlich wie der Witz, auch noch in der mündlichen Wiedergabe fortlebt. In der schnelllebigen Zeit der Moderne kommen die knappen Texte, die gleichermaßen das Informations- wie das Unterhaltungsbedürfnis befriedigen, den Wünschen einer breiten Leserschaft nach leicht konsumierbarer Lektüre sehr entgegen. Vor allem der Journalismus trug zur Verbreitung der Anekdote bei. Anekdoten sind zudem beliebte illustrierende Einsprengsel in geschichtlichen oder biografischen Werken. Beispielanekdote
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